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V. Wo stehen wir und was verbessern wir?

Geschrieben von Slz/Boe. Veröffentlicht in Schulprogramm


V. Wo stehen wir und was verbessern wir?

„Groß ist die Aufgabe, die vor mir steht und bescheiden sind die Kenntnisse und Kräfte, die für ihre Bewältigung ausreichen sollen. Aber Aufgaben sind da, um gelöst zu werden, (…).“

Wilhelm Ostwald

Die systematische Schulentwicklung  ist eine große Aufgabe. Für die Gestaltung einer selbstverantwortlichen und eigenständigen Schule bedarf es regelmäßiger  interner wie externer Überprüfungen. Es werden Dokumente analysiert, Befragungen durchgeführt und kommunikative Rückmeldeverfahren angewandt. Sie gehören zum Alltag des schulischen Lebens.

Unter Schulentwicklung verstehen wir einerseits die qualitative Verbesserung auf der Grundlage vorangegangener Evaluationsergebnisse sowie andererseits die Befähigung unserer Lehrkräfte, Entwicklungsprozesse selbstständig zu erkennen und zu leiten.

1.       Externe Evaluationen

Wir sind stolz auf unsere Stärken und nehmen neue Herausforderungen an.  Vergangene interne und externe Evaluationen definieren unseren Weg zur Weiterarbeit.

Zusammengefasste Ergebnisse der Schulinspektion 2016

Stärken

Entwicklungsbedarfe

zielgerichtete Weiterentwicklung der Schule durch die Schulleitung (Entwicklungsbedarf bei Schulinspektion 2010)

Entwicklung eines schulinternen Curriculums

Profilschärfung durch die Einrichtung des beruflichen Gymnasiums als neuen Bildungsgang

weitere Stärkung von individuellen Lernprozessen in allen Bildungsgängen

gute Öffentlichkeitsarbeit der Schule

 

Schullaufbahnberatung und Angebote zur sozialen Betreuung der Schüler*innen (Entwicklungsbedarf bei Schulinspektion 2010)

 

diversen Kooperationen der Schule  mit außerschulischen Partnern

 

In Auswertung der Schulinspektion beschäftigen sich seit dem Schuljahr 2017/18 alle Fach- und Fachbereichsleiter*innen mit der Erarbeitung eines internen Curriculums. Über externe Schulungen und pädagogische Tage mit dem Kollegium wird angestrebt, im nächsten Schuljahr ein solches Curriculum zu installieren.

2.       Interne Evaluationen

Schülerfragebogen

Unsere Schüler*innen und ihre Meinungen sind uns wichtig. Deshalb lassen wir sie zu den verschiedensten schulischen Belangen zu Wort kommen und nehmen weiterhin an der berlinweiten Schülerbefragung „Netzwerk Schülerbefragung“ teil. Das Ergebnis aus 2017 ist im Folgenden auszugsweise dargestellt und erläutert.

Verlaufskurve aus Schülerumfrage zum PraxisunterrichtVerlaufskurve aus Schülerumfrage zum Theorieunterricht

Mit Gesamtmittelwerten von 3,1 (Theorie; Fachschule >= 3,3) und 3,3 (Praxis) liegt die WOS deutlich im positiven Wertebereich, woraus sich eine überwiegend hohe Zufriedenheit der Schüler mit ihrer Schule ableiten lässt. Mit diesen Werten bestätigt die Umfrage die Richtigkeit des eingeschlagenen Schulentwicklungsweges.  

Lehrerfragebogen

Guter Unterricht ist nur mit engagierten und nicht überbelasteten Kollegen möglich. Deshalb wurde die persönliche Belastungssituation im Rahmen eines Lehrerfragebogens seit  2015 gezielt untersucht. Das Ergebnis zeigte keine signifikanten Abweichungen zu anderen OSZ. Die Belastungssituation an der WOS kann lt. Umfrage als normal bezeichnet werden

Absolventenumfrage

Uns interessiert auch was aus unseren Schülern wird, wenn sie die WOS verlassen haben. Deshalb führen wir jährlich eine Absolventenumfrage durch. Dabei interessiert uns neben dem weiteren Lebens-/Berufsweg auch die Beurteilung der Ausbildung an der WOS durch die Absolventen in einer persönlichen Rückschau. Kritiken und Anregungen nehmen wir auf.

Führungskräftefeedback

Schule funktioniert immer nur so gut wie ihre Leitung. Da die Fachbereichsleitungen ein Hauptträger der Schul- und Unterrichtsentwicklung darstellen, haben wir im Jahr 2016 das Führungskräftefeedback auf der Ebene der Fach- und Fachbereichsleiter*Innen durchgeführt. Ziel war es, Ressourcen und Möglichkeiten zur Effektivitätssteigerung der Fachbereichsarbeit aufzudecken.  Insgesamt wird die Arbeit in den Fachbereichen durch die Kolleg*Innen als gut eingeschätzt.

3. Fortbildungen

Ein wichtiges Instrument zur Verbesserung der Unterrichtsqualität ist die regelmäßige Fortbildung der Lehrer. Für die Organisation ist der Fortbildungskoordinator zuständig. (Mehr dazu im Fortbildungskonzept.) So akquiriert er z.B. fachtheoretische Fortbildungen bei Firmen und Institutionen.

Zusätzlich qualifiziert der Arbeitskreis Schulen beim Zentralverband des Maler- und Lackiererhandwerks bundesweit Multiplikatoren auf fachtheoretischem Gebiet. Hier  ist die Wilhelm-Ostwald-Schule seit 2000 Stützpunktschule.

Im didaktisch/methodischem Sektor nutzt die Schule u.a. die von der regionalen Fortbildung der Senatsverwaltung angebotenen Veranstaltungen, auch als schulinterne Angebote.

4. Schulentwicklung und Projekte

Um die oben genannten Ziele zu erreichen sind darüber hinaus einige erfolgversprechende Projekte entstanden:

Trainingsraum-Methode und Konzept gegen Verspätungen

Jeder Schüler und Lehrer hat ein Recht auf einen guten und störungsfreien Unterricht. Um dies sicher zu stellen, sollen störende oder wiederholt verspätet kommende Schüler – auch Verspätungen sind Störungen des Unterrichts - in einem eigens dafür eingerichteten Trainingsraum betreut werden, damit sich alle Beteiligten auf den Unterricht konzentrieren können. Der störende Schüler soll in einem Mediationsgespräch die Gelegenheit erhalten, in aller Ruhe über seine Probleme zu sprechen und sein Verhalten zu reflektieren. Er muss lernen, sich mit seinem Fehlverhalten selbstkritisch auseinanderzusetzen, damit erarbeitete Strategien zur Lösung des individuellen Problems erfolgreich und nachhaltig umgesetzt werden können. (Näheres siehe Evaluationsbericht 2014/Anhänge zu Pico)

Schilder- und Lichtreklamehersteller – Synchronisation von Theorie und Praxis

Zur Synchronisation von Theorie- und Praxisunterricht ist gemeinschaftlich ein neuer Stoffverteilungsplan entwickelt worden, der zu jedem Lernfeld der Theorie neu ausgearbeitete Praxisaufgaben dokumentiert. Außerdem ist lernfeldbezogen Fach-Englisch implementiert worden, z.B. durch ein Fachglossar und beispielhafte Kundengespräche. Basierend auf dem Stoffverteilungsplan werden die Inhalte des Theorieunterrichts von den Schülern zeitnah praktisch umgesetzt, erweitert und vertieft. Der Stundenplan wird so getaktet, dass diese Verzahnung effektiv und effizient umsetzbar ist. Zur Unterstützung wurden eigens  Lehr- und Lernmaterialien (z.B. LED-Module, Lichtkasten-Rohlinge usw.) beschafft bzw. durch den Praxislehrer in der Schulwerkstatt hergestellt. Zusätzlich wird der Unterricht sowohl in der Theorie als auch in der Praxis durch den Einsatz von modernen Grafik-Programmen an den täglichen Aufgaben der Ausbildungsbetriebe orientiert.

Einführung Bildungsgang IBA

Der Bildungsgang  „ Integrierte Berufsausbildungsvorbereitung“ (IBA) entstand aus der Verschmelzung der Bildungsgänge BQL und OBF zu einem Bildungsgang mit neuen Schwerpunkten.  Im Vordergrund steht  die Vermittlung in eine Ausbildung.  Diese wird durch ein 8-wöchiges Praktikum in einem Ausbildungsbetrieb gefördert. Daneben sorgt die klassenübergreifende Durchlässigkeit dafür, dass alle Schüler*innen je nach Leistungsvermögen und unabhängig von ihrem vorhandenen Schulabschluss die Schulabschlüsse:  Berufsbildungsreife (BBR), erweiterte Berufsbildungsreife (eBBR) oder mittleren Schulabschluss (MSA) erwerben können.

Für den Bildungsgang IBA wurde eine ganze Reihe von Maßnahmen entwickelt, angefangen von einem Aufnahmeverfahren bis hin zu den Zertifikatsprüfungen und der Praktikumsbetreuung. Die  Schüler*innen erfahren eine sehr intensive Begleitung durch Bildungsbetreuer. Diese wird durch einen kontinuierlichen Einsatz der Kolleg*innen und einen permanenten Erfahrungsaustausch im Kollegenteam gewährleistet. Ein gutes Lernklima in kleinen Gruppen trägt hier nachweislich zu erhöhten Lernerfolgen bei. Positive außerunterrichtliche Gemeinschaftserlebnisse verstärken zusätzlich die Identifikation mit der Klasse und Schule. (Näheres siehe zugehörige Projektkarte)

Einführung Berufliches Gymnasium

Seit dem Schuljahr 2015/2016 kann man an der Wilhelm-Ostwald-Schule das dreijährige Berufliche Gymnasium besuchen. Als Besonderheit wird das Leistungsfach Gestaltungstechnik einmalig in Berlin angeboten. Im Fokus hierbei steht die Verknüpfung von Theorie und handwerklicher Praxis. Durch inhaltliche Vermittlung von verschiedenen Kompetenzbereichen der Gestaltung wird gezielt auf ein Studium mit gestalterischer Ausrichtung vorbereitet.

Aber auch das wissenschaftliche  Arbeiten liegt der Wilhelm-Ostwald-Schule am Herzen. Durch das systematische Vermitteln von Methodenkompetenzen, Lernstrategien und Mindeststandards beim wissenschaftlichen Arbeiten und dem gezielten Heranführen an komplexen Aufgabenstellungen werden die Schülerinnen und Schüler auch bestens auf ein Studium aller Fachrichtung an allen Universtäten und Fachhochschule vorbereitet. (Näheres siehe Projektkarte)

Schüler/innen, die in der 7. bis 10. Klasse keine zweite Fremdsprache belegt haben, müssen am vierstündigen Spanisch-Unterricht teilnehmen, um die Auflagen der Allgemeinen Hochschulreife (Abitur) zu erfüllen.

Individuelle Sprachförderung

Überall da, wo Entscheidungen anstehen und die Frage im Raum steht: „Ja oder nein?“ wird debattiert. Debatten entstehen ganz von alleine: in der Familie und im Verein, in der Stadt und in der Schule. Daher ist die Debattierfähigkeit von umfassenden Nutzen: In Referaten, Abschlussprüfungen und Bewerbungsgesprächen kommt einem die Fähigkeit frei und zusammenhängend zu sprechen zugute.

Darüber hinaus kann sich die Debattierfähigkeit auch positiv auf die individuelle Persönlichkeitsentwicklung auswirken. Schüler*innen, die sich regelmäßig im Debattieren üben, haben die Möglichkeit kontinuierlich an methodischen, sozialen und personalen Kompetenzen zu gewinnen. Neben der Fähigkeit Gründe für die eigene Sicht anzugeben, erlernen die Schüler*innen auch, gegensätzliche Meinungen auszuhalten, Perspektivenwechsel zu vollziehen und Konflikte sprachlich zu lösen.

Mit zunächst alltäglichen Themen und einfachen Redestrukturen werden die Schüler*innen an das Debattieren herangeführt. Hierbei bieten sich Lernspiele an und aktivieren die gesamte Klasse.

Ab dem Schuljahr 2017/2018 läuft das Projekt in einer Einführungsklasse des Beruflichen Gymnasiums an. Anschließend ist eine Ausweitung auf alle Klassen der Einführungsphase geplant, mit der Absicht an Regionalwettbewerben teilzunehmen. (Näheres siehr zugehörige Projektkarte)

Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage (SOR/SMC)

Das Projekt bietet Kindern und Jugendlichen einen Rahmen, in dem sie erste Schritte hin zur gesellschaftspolitischen Partizipation einüben und aktiv an der inhaltlichen Ausgestaltung der Menschenrechtserziehung teilnehmen können.

In der Vergangenheit fanden bereits verschiedene Aktionen statt wie: Lehrerfortbildungen, Klassen-und Entwicklungsprojekte, Lesungen des Liedermachers Stephan Krawczyk sowie ein interkulturelles Theaterstück. Momentan haben wir drei Kooperationen. Bei der ersten Kooperation nimmt die Schüler*innenvertretung an den Jahrestagungen der Aktion „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ in Berlin teil. Die zweite Kooperation besteht mit dem Verein „OSZ gegen Rechts“, die Aktionstage an unserer Schule durchführen. Die dritte Kooperation haben wir mit der AG „Stolpersteine“ der evangelischen Markusgemeinde in Steglitz, mit der wir zusammen Stolpersteine verlegen und pflegen sowie ein biographisches Faltblatt dazu erstellen. Darüber hinaus findet ein jährlicher Aktionstag für die gesamte Schule statt. (Näheres siehe zugehörige Projektkarte)

Integration fördern

Näheres siehe zugehörige Projektkarte

Kooperation und Mobilität stärken (ERASMUS+)

Näheres siehe zugehörige Projektkarte