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II. Welche Möglichkeiten gibt es bei uns?

Geschrieben von Schulz. Veröffentlicht in Schulprogramm


Die Wilhelm-Ostwald-Schule bietet eine Vielzahl von interessanten weiterführenden Bildungsgängen im Bereich Farbtechnik und Raumgestaltung. Unser Fokus liegt in allen Bildungsgängen auf der Verknüpfung von Theorie und handwerklicher Praxis der Gestaltung. 

Die Übersicht zeigt die Durchlässigkeit des Bildungssystems und die Qualifizierungsmöglichkeiten an der Wilhelm-Ostwald-Schule.

 

 Möglichkeiten schulischer Bildung

 

1. Integrierte Berufsausbildungsvorbereitung (IBA)

IBA ist die „Verschmelzung“ der bisherigen einjährigen Bildungsgänge BQL und OBF mit den möglichen Abschlüssen BBR/eBBR/MSA (*) – ohne bestimmte Eingangsvoraussetzung. An der Wilhelm-Ostwald-Schule geschieht die verbindliche Einrichtung dieses neuen Bildungsgangs für insgesamt 150 Schüler ab dem Schuljahr 2015/2016. Sechs Berliner OSZ haben bereits seit dem Schuljahr 2013/2014 mit IBA – im Rahmen eines Schulversuchs - Erfahrungen gesammelt.

Zum Ende des ablaufenden Schuljahres werden alle Bewerber zu Einstufungstests in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik sowie zu intensiven Beratungsgesprächen eingeladen. Dies dient zur leistungshomogenen Einteilung in zwei theorieorientierte und vier praxisorientierte Klassen. Der Unterricht findet in Teilung (also 8 Gruppen) statt. Bewerber mit eBBR werden die Option erhalten, am Ende des Schuljahres den MSA ablegen zu können, indem sie vorrangig den theorieorientierten Klassen zugeordnet werden. Die Möglichkeit, einen bereits abgelegten MSA zu verbessern, besteht nicht mehr.

Vorrang vor einem maximalen Schulabschluss hat die Eingliederung in eine Berufsausbildung. Für Schüler, die den MSA anstreben, wird ein Praktikum nach deren MSA-Prüfungen angeboten, ansonsten werden zwei Praktika für alle anderen Schüler im November/Dezember und im Februar/März durchgeführt. Die Schule unterstützt die Suche nach geeigneten Praktikumsbetrieben.

Stellt sich im Laufe der ersten Wochen heraus, dass Schüler nicht optimal eingestuft wurden, wird so schnell wie möglich ein Klassenwechsel vorgenommen.

(*) BBR Berufsbildungsreife, eBBR erweiterte Berufsbildungsreife, MSA mittlerer Schulabschluss

2. Berufsausbildung im Dualen System (Berufsschule)

Die schulische Ausbildung in allen Berufsbildungsgängen umfasst 12 Stunden pro Woche, aufgeteilt in theoretischen und praktischen Unterricht. Der Unterricht findet (außer bei den Bühnenmalern und -plastikern) in Lernfeldern statt.

Maler und Lackierer, sowie Bauten- und Objektbeschichter

Die Ausbildungsdauer zum Maler und Lackierer beträgt drei Jahre und zum Bauten- und Objektbeschichter zwei Jahre. Die Lehrerinnen und Lehrer der Wilhelm-Ostwald-Schule gestalten die berufstheoretische und berufspraktische Ausbildung auf der Grundlage innovativer Lernmethoden, die die Verarbeitung und Anwendung moderner Werkstoffe einbezieht. Dieses pädagogische Konzept gewährleistet einerseits eine optimale Vorbereitung auf die Zwischen- und Gesellenprüfung und andererseits einen erfolgreichen Berufseinstieg.

Schilder- und Lichtreklamehersteller

Alle Themenbereiche werden fachüber­greifend anhand von konkreten Kundenaufträgen vermittelt, z.B. Herstellen von Messe- und Ausstellungsobjekten oder Planen, Entwickeln und Präsentieren eines umfas­sen­den Kommunikationskonzepts. Dabei ist die enge Verzahnung von theoretischen Grundlagen mit der vielfältigen beruflichen Praxis der Schüler ein besonderer Schwerpunkt. Die berufliche Praxis umfasst z.B. das Entwerfen, Herstellen und Montieren von Schilder-, Werbe- und Kommunikations­anlagen sowie das Beschriften von Fahrzeugen.

Raumausstatter und Polsterer

Konkrete Kunden­aufträge können z.B. sein:  Gestalten eines Jugendzimmers oder Instandsetzen eines epochalen Sessels. Dabei ist die enge Verzahnung von theoretischen Grundlagen mit der vielfältigen beruflichen Praxis der Schüler ein besonderer Schwerpunkt. Die berufliche Praxis umfasst z.B. das Gestalten und Bekleiden von Wänden und Decken und das Fertigen und Montieren von Raumdekorationen, Licht-, Sicht- und Sonnen­schutz­systemen. Außerdem verlegen Sie textile und elastische Bodenbeläge und polstern und beziehen Polstermöbel.

Fahrzeuglackierer

Konkrete Kunden­aufträge können z.B. sein: Instandsetzen eines Karosserieblechs oder Ausführen einer Reparaturlackierung. Dabei ist die enge Verzahnung von theoretischen Grundlagen mit der vielfältigen beruflichen Praxis der Schüler ein besonderer Schwerpunkt. Die berufliche Praxis umfasst z.B. Effekt- und Designlackierungen, Beschriftungen und Signets, Oberflächenschutz und Instandsetzungs­arbeiten. Neben Fahrzeugen können auch Boote, Yachten, Schienenfahrzeuge oder Anlagen und Maschinen zum Aufgabengebiet gehören.

Bühnenmaler und Bühnenplastiker

Die Auszubildenden werden im Block jeweils 3-4 Wochen praktisch und theoretisch unterrichtet (insgesamt 13 Wochen pro Schuljahr). Alle Themenbereiche werden fachüber­greifend und projektorientiert vermittelt. Theorie und Praxis werden handlungsorientiert miteinander verknüpft, u.a. in Form von Projekten, Exkursionen sowie Theater- und Ausstellungsbesuchen. Die berufliche Praxis beinhaltet das Fertigen von malerischen und plastischen Bühnen­deko­rationen, Oberflächenimitationen für Theater-, Opern-, Film-, Musical- und Werbeproduktionen sowie für Museen, Themenparks, Messen und Events aller Art

3. Berufliche Weiterqualifizierung - Staatliche Fachschule für Farb- und Lacktechnik

- Schwerpunkt Farbe und Ausbau
- Schwerpunkt KFZ-Lackierung / Verfahrenstechnik für Beschichtungstechnik

Wir bieten eine Weiterqualifizierung zum Staatlich geprüften Techniker im Bereich Farbe und Ausbau und seit 2012 im Bereich Kfz-Lackierung/Industrielackierung an. Voraussetzungen für die Aufnahme in der Fachschule sind eine abgeschlossene Gesellenprüfung im Berufsfeld und mindestens die Berufsbildungsreife.

Die Ausbildung dauert zwei Jahre und wird im Vollzeitunterricht (in der Regel 40 Stunden pro Woche) angeboten. In dieser Zeit werden in allgemeinbildenden, fachtheoretischen, fachpraktischen, gestalter­ischen und betriebswirtschaftlichen Fächern Inhalte erarbeitet, die zur Führung eines eigenen Unternehmens oder für die Arbeit in Leitungsebenen notwendig sind. In dieser Zeit findet eine Vielzahl von Aktivitäten durch Schüler in- und außerhalb der Fachschule statt. Ergänzend dazu bieten Firmen und Institutionen Projekte, Vorträge und Präsentationen an. Seit 1991 nimmt die Fachschule regelmäßig an der Messe „Farbe, Ausbau und Fassade“ (siehe III.) als Aussteller teil. Für den Bereich Lack werden entsprechende Messeauftritte geplant. Die Ausbildereignungsprüfung (AEVO), die Meisterprüfung und bei Bedarf die Prüfung zum Mittleren Schulabschluss (MSA) können innerhalb der Ausbildungszeit abgelegt werden. Mit erfolgreichem Bestehen der Prüfung dürfen Absolventen die Berufsbezeichnung Staatlich geprüfter Techniker für Farb- und Lacktechnik führen.

Während der Ausbildung erworbene Zertifikate und Teilnahme an Arbeitsgemein­schaften werden auf dem Abschlusszeugnis dokumentiert. Die Zugangsberechtigung zu Fachhochschulen (FHSR) kann durch die Ausbildung und die bestandene Prüfung erworben werden.

4. Schulische Weiterqualifizierung

Die Zugangsberechtigung aller folgenden Bildungsgänge ist der MSA. Die Ausbildung erfolgt als Vollzeitunterricht (in der Regel 36 Stunden pro Woche).

Berufsfachschule mit Fachoberschule (GTA) für Schüler mit mittlerem Schulabschluss, die neben einem Berufsabschluss „Staatlich geprüfte(r) Gestaltungstechnische(r) Assistent(in)“ die allgemeine Fachhochschulreife erwerben möchten, die zu jedem beliebigen Studiengang an einer Hochschule berechtigt. Schwerpunkte der Ausbildung sind unter anderem Gestaltung in Theorie und Praxis, Digitales Mediendesign, Denkmalpflege, Bühnenmalerei, Raumdesign, Werbetechnik.

Fachoberschule (FOS 2 Jahre) für Schüler, die den mittleren Schulabschluss besitzen und die allgemeine Fachhochschulreife innerhalb von zwei Jahren erwerben möchten. Das vierte Prüfungsfach ist Gestaltung. Parallel zum zweitägigen Unterricht wird im ersten Jahr an drei Tagen in der Woche ein Praktikum absolviert.

Fachoberschule (FOS 1 Jahr) für Schüler, die den mittleren Schulabschluss erworben haben und eine einschlägige Berufsausbildung im handwerklich-gestalterischen Bereich erfolgreich abgeschlossen haben, können innerhalb eines Jahres die allgemeine Fachhochschulreife erwerben. Das vierte Prüfungsfach ist Gestaltung.

Das dreijährige berufliche Gymnasium  können Schüler seit dem Schuljahr 2015/2016  an der Wilhelm-Ostwald-Schule besuchen. Als Besonderheit wird das Leistungsfach Gestaltungstechnik angeboten. Im Fokus hierbei steht die Verknüpfung von Theorie und handwerklicher Praxis. Durch inhaltliche Vermittlung von verschiedenen Kompetenzbereichen der Gestaltung kann systematisch auf ein Studium mit gestalterischer Ausrichtung vorbereitet werden. Schüler, die in der 7. bis 10. Klasse keine zweite Fremdsprache belegt haben, müssen am vierstündigen Spanisch-Unterricht teilnehmen, um die Auflagen der Allgemeinen Hochschulreife (Abitur) zu erfüllen. Diese berechtigt zu einem Studium jeder Fachrichtung an allen Universitäten oder Hochschulen.