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II. Welche Möglichkeiten gibt es bei uns?

Geschrieben von Slz/Boe. Veröffentlicht in Schulprogramm


"Gute Theorie muss alsbald zur Praxis führen, man kann ihren Wert geradezu daran ermessen."

Wilhelm Ostwald, 1911

Die Wilhelm-Ostwald-Schule bietet eine Vielzahl von interessanten weiterführenden Bildungsgängen im Bereich Farbtechnik und Raumgestaltung. Unser Fokus liegt in allen Bildungsgängen auf der Verknüpfung von Theorie und handwerklicher Praxis der Gestaltung. 

Die Übersicht zeigt die Durchlässigkeit des Bildungssystems und die Qualifizierungsmöglichkeiten an der Wilhelm-Ostwald-Schule.

 

 Möglichkeiten schulischer Bildung

 

1. Integrierte Berufsausbildungsvorbereitung (IBA)

IBA ist die „Verschmelzung“ der bisherigen einjährigen Bildungsgänge BQL und OBF mit den möglichen Abschlüssen BBR/eBBR/MSA (*) – ohne bestimmte Eingangsvoraussetzung. An der Wilhelm-Ostwald-Schule geschieht die verbindliche Einrichtung dieses neuen Bildungsgangs für insgesamt 150 Schüler*innen ab dem Schuljahr 2015/2016. Sechs Berliner OSZ haben bereits seit dem Schuljahr 2013/2014 mit IBA – im Rahmen eines Schulversuchs - Erfahrungen gesammelt.

Zum Ende des ablaufenden Schuljahres werden alle Bewerber*innen zu Einstufungstests in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik sowie zu intensiven Beratungsgesprächen eingeladen. Dies dient zur leistungshomogenen Einteilung in zwei theorieorientierte und vier praxisorientierte Klassen. Der Unterricht findet in Teilung (also 8 Gruppen) statt. Bewerber*innen mit eBBR werden die Option erhalten, am Ende des Schuljahres den MSA ablegen zu können, indem sie vorrangig den theorieorientierten Klassen zugeordnet werden. Die Möglichkeit, einen bereits abgelegten MSA zu verbessern, besteht nicht mehr.

Vorrang vor einem maximalen Schulabschluss hat die Eingliederung in eine Berufsausbildung. Für Schüler*innen, die den MSA anstreben, wird ein Praktikum nach deren MSA-Prüfungen angeboten, ansonsten werden zwei Praktika für alle anderen Schüler*innen im November/Dezember und im Februar/März durchgeführt. Die Schule unterstützt die Suche nach geeigneten Praktikumsbetrieben.

Stellt sich im Laufe der ersten Wochen heraus, dass Schüler*innen nicht optimal eingestuft wurden, wird so schnell wie möglich ein Klassenwechsel vorgenommen.

(*) BBR Berufsbildungsreife, eBBR erweiterte Berufsbildungsreife, MSA mittlerer Schulabschluss

 

2. Berufsausbildung im Dualen System (Berufsschule)

Die schulische Ausbildung in allen Berufsbildungsgängen umfasst 12 Stunden pro Woche, aufgeteilt in theoretischen und praktischen Unterricht. Der Unterricht findet (außer bei den Bühnenmalern und –plastikern sowie Gestaltern für visuelles Marketing) in Lernfeldern statt.

Maler und Lackierer, sowie Bauten- und Objektbeschichter

Die Ausbildungsdauer zum Maler und Lackierer beträgt drei Jahre und zum Bauten- und Objektbeschichter zwei Jahre. Die Lehrer*innen der Wilhelm-Ostwald-Schule gestalten die berufstheoretische und berufspraktische Ausbildung auf der Grundlage innovativer Lernmethoden, die die Verarbeitung und Anwendung moderner Werkstoffe einbezieht. Dieses pädagogische Konzept gewährleistet einerseits eine optimale Vorbereitung auf die Zwischen- und Gesellenprüfung und andererseits einen erfolgreichen Berufseinstieg.

Schilder- und Lichtreklamehersteller

Alle Themenbereiche werden fachüber­greifend anhand von konkreten Kundenaufträgen vermittelt, z.B. Herstellen von Messe- und Ausstellungsobjekten oder Planen, Entwickeln und Präsentieren eines umfas­sen­den Kommunikationskonzepts. Dabei ist die enge Verzahnung von theoretischen Grundlagen mit der vielfältigen beruflichen Praxis der Schüler*innen ein besonderer Schwerpunkt. Die berufliche Praxis umfasst z.B. das Entwerfen, Herstellen und Montieren von Schilder-, Werbe- und Kommunikations­anlagen sowie das Beschriften von Fahrzeugen.

Raumausstatter und Polsterer

Konkrete Kundenaufträge können z. B. sein:  Gestalten eines Jugendzimmers oder Instandsetzen eines epochalen Sessels. Dabei ist die enge Verzahnung von theoretischen Grundlagen mit der vielfältigen beruflichen Praxis der Schüler*innen ein besonderer Schwerpunkt. Die berufliche Praxis umfasst z. B. das Gestalten und Bekleiden von Wänden und Decken und das Fertigen und Montieren von Raumdekorationen, Licht-, Sicht- und Sonnenschutzsystemen. Außerdem verlegen Sie textile und elastische Bodenbeläge und polstern und beziehen Polstermöbel.

Fahrzeuglackierer

Konkrete Kunden­aufträge können z.B. sein: Instandsetzen eines Karosserieblechs oder Ausführen einer Reparaturlackierung. Dabei ist die enge Verzahnung von theoretischen Grundlagen mit der vielfältigen beruflichen Praxis der Schüler*innen ein besonderer Schwerpunkt. Die berufliche Praxis umfasst z. B. Effekt- und Designlackierungen, Beschriftungen und Signets, Oberflächenschutz und Instandsetzungs­arbeiten. Neben Fahrzeugen können auch Boote, Yachten, Schienenfahrzeuge oder Anlagen und Maschinen zum Aufgabengebiet gehören.

Bühnenmaler und Bühnenplastiker

Die Auszubildenden werden im Block jeweils 3-4 Wochen praktisch und theoretisch unterrichtet (insgesamt 13 Wochen pro Schuljahr). Alle Themenbereiche werden fachüber­greifend und projektorientiert vermittelt. Theorie und Praxis werden handlungsorientiert miteinander verknüpft, u.a. in Form von Projekten, Exkursionen sowie Theater- und Ausstellungsbesuchen. Die berufliche Praxis beinhaltet das Fertigen von malerischen und plastischen Bühnen­deko­rationen, Oberflächenimitationen für Theater-, Opern-, Film-, Musical- und Werbeproduktionen sowie für Museen, Themenparks, Messen und Events aller Art.

Gestalter für visuelles Marketing

Die Arbeitsbereiche der Gestalter*innen für visuelles Marketing umfassen u. a. Verkaufsförderung, Präsentation von Waren, Produkten und Dienstleistungen, Werbung, Konzeptplanung für Messestände, Promotions, Events. Die Auszubildenden werden an zwei Tagen in der Woche unterrichtet. Alle Themenbereiche werden in so genannten Bündelungsfächern (Projektplanung und -steuerung, Gestaltungsbetriebslehre, Visuelles Marketing, Kommunikation (auch Computerprogramme) / Sprachen (Englisch), Wirtschaft und Sozialkunde, Sport / Gesundheitsförderung) sowie Projekten (Raumkonzeption, Verkaufsförderung, Marketingkonzeption) vermittelt. Neben der engen Verzahnung von theoretischen Grundlagen mit der vielfältigen beruflichen Praxis der Auszubildenden bilden zudem Kompetenzzuwächse durch partnerschaftliches und selbstorganisiertes Lernen sowie Handlungs- und Teamfähigkeit einen Schwerpunkt.

 

3. Berufliche Weiterqualifizierung - Staatliche Fachschule für Farb- und Lacktechnik

  • Schwerpunkt Farbe und Ausbau (Maler*innen)
  • Schwerpunkt KFZ-Lackierung / Verfahrenstechnik für Beschichtungstechnik (Lackierer*innen)

Techniker*innen arbeiten nach einem vier Semester umfassenden Vollzeitstudium als mittlere Führungskräfte. Wir bieten eine Weiterqualifizierung zur Staatlich geprüften Technikerin bzw. zum Staatlich geprüften Techniker im Bereich Farbe und Ausbau (Maler*innen) und im Bereich Kfz-Lackierung/Industrielackierung (Lackierer*innen) an. Wichtigste Voraussetzung für die Aufnahme in der Fachschule ist eine abgeschlossene Gesell*innenprüfung im Berufsfeld.

Die Weiterbildung dauert zwei Jahre und wird im Vollzeitunterricht (in der Regel 34 Schulstunden pro Woche) angeboten. In dieser Zeit werden im allgemeinbildenden und berufsspezifischen Bereich Kenntnisse vermittelt.

Die Allgemeinbildung der Fachschüler wird im ersten Jahr auf ein einheitliches Niveau gebracht, während die einschlägigen Fächer im zweiten Jahr vorrangig auf Studienbefähigung ausgerichtet sind.

Der berufliche Bereich umfasst Wirtschaft sowie theoretische und praktische Fachkunde und soll auf die Führung eines eigenen Unternehmens vorbereiten sowie für die Arbeit in Leitungsebenen notwendige Inhalte vermitteln.

Im Rahmen des Fachs Projektarbeit erwerben die Schüler zunächst die für die Bearbeitung größerer Themenkomplexe erforderlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten, die sie im zweiten Jahr ihres Studiums auf ein technische und wirtschaftliche Aspekte umfassende Aufgabenstellung anwenden, vergleichbar einer Studienarbeit an Universitäten und Fachhochschulen.

Im Studium findet eine Vielzahl von Aktivitäten durch Schüler innerhalb und außerhalb der Fachschule statt. Ergänzend dazu bieten Firmen und Institutionen Projekte, Vorträge und Präsentationen an. Die Fachschule nimmt regelmäßig an der Messe „Farbe, Ausbau und Fassade“ (siehe III.) als Aussteller teil. Für den Schwerpunkt Kfz-Lackierung nimmt das Lack-Symposium in Zusammenarbeit mit verschiedenen Industriepartnern in der WOS eine ähnliche Rolle ein.

Innerhalb der Ausbildungszeit können

  • die Ausbildereignungsprüfung (AEVO),
  • die Meisterprüfung,
  • die Prüfung zum Mittleren Schulabschluss (MSA) sowie
  • die Zusatzprüfung zum Erwerb der Fachhochschulreife

abgelegt werden.

Mit erfolgreichem Bestehen der Abschlussprüfung dürfen Absolvent*innen die Berufsbezeichnung Staatlich geprüfte Technikerin bzw. Staatlich geprüfter Techniker für Farb- und Lacktechnik führen. Sofern sie auch die entsprechende Zusatzprüfung bestehen, erwerben sie zugleich die Fachhochschulreife. Während der Ausbildung erworbene Zertifikate und Teilnahme an Arbeitsgemein­schaften werden auf dem Abschlusszeugnis dokumentiert.

 

4. Schulische Weiterqualifizierung

Die Zugangsberechtigung aller folgenden Bildungsgänge ist der MSA. Die Ausbildung erfolgt als Vollzeitunterricht (in der Regel 36 Stunden pro Woche).

Berufsfachschule mit Fachoberschule (GTA) für Schüler*innen mit mittlerem Schulabschluss, die neben einem Berufsabschluss „Staatlich geprüfte*r Gestaltungstechnische*r Assistent*in“ die allgemeine Fachhochschulreife erwerben möchten, die zu jedem beliebigen Studiengang an einer Hochschule berechtigt. Schwerpunkte der Ausbildung sind unter anderem Gestaltung in Theorie und Praxis, Digitales Mediendesign, Denkmalpflege, Bühnenmalerei, Raumdesign, Werbetechnik.

Fachoberschule (FOS 2 Jahre) für Schüler*innen, die den mittleren Schulabschluss besitzen und die allgemeine Fachhochschulreife innerhalb von zwei Jahren erwerben möchten. Das vierte Prüfungsfach ist Gestaltung. Parallel zum zweitägigen Unterricht wird im ersten Jahr an drei Tagen in der Woche ein Praktikum absolviert.

Fachoberschule (FOS 1 Jahr) für Schüler*innen, die den mittleren Schulabschluss erworben haben und eine einschlägige Berufsausbildung im handwerklich-gestalterischen Bereich erfolgreich abgeschlossen haben, können innerhalb eines Jahres die allgemeine Fachhochschulreife erwerben. Das vierte Prüfungsfach ist Gestaltung.

Das dreijährige Berufliche Gynasium kann man seit dem Schuljahr 2015/2016 an der Wilhelm-Ostwald-Schule besuchen. Als Besonderheit wird das Leistungsfach Gestaltungstechnik einmalig in Berlin angeboten. Im Fokus hierbei steht die Verknüpfung von Theorie und handwerklicher Praxis. Durch inhaltliche Vermittlung von verschiedenen Kompetenzbereichen der Gestaltung wird gezielt auf ein Studium mit gestalterischer Ausrichtung vorbereitet.

Aber auch das wissenschaftliche  Arbeiten liegt der Wilhelm-Ostwald-Schule am Herzen. Durch das systematische Vermitteln von Methodenkompetenzen, Lernstrategien und Mindeststandards beim wissenschaftlichen Arbeiten und dem gezielten Heranführen an komplexen Aufgabenstellungen werden die Schülerinnen und Schüler auch bestens auf ein Studium aller Fachrichtung an allen Universtäten und Fachhochschule vorbereitet. (Näheres siehe Projektkarte)

Schüler/innen, die in der 7. bis 10. Klasse keine zweite Fremdsprache belegt haben, müssen am vierstündigen Spanisch-Unterricht teilnehmen, um die Auflagen der Allgemeinen Hochschulreife (Abitur) zu erfüllen.